Der Bauchemiehersteller Remmers bewirbt nachträgliche Innenabdichtungen als praktikable Lösung für feuchte Keller. Das Unternehmen setzt dabei auf Systeme, die von innen ohne Erdaushub aufgebracht werden – eine Alternative zur klassischen Außenabdichtung, die in vielen Bestandsbauten nur mit hohem Aufwand realisierbar ist. Angesichts steigender Starkregenereignisse und eines Gebäudebestands, in dem Millionen Keller ohne moderne Abdichtung gebaut wurden, dürfte das Thema für Handwerker an Relevanz gewinnen.

Remmers kommuniziert auf seiner Website die technischen Grundlagen: Nachträgliche Innenabdichtung blockiert aufsteigende Feuchtigkeit und drückendes Wasser durch Beschichtungssysteme, die auf die Kellerwand aufgetragen werden. Im Gegensatz zur Außenabdichtung entfallen Tiefbauarbeiten, was Zeit und Kosten senkt. Das System kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Außenzugang versperrt ist – etwa bei angrenzenden Gebäuden oder versiegelten Hofflächen.

Die zentrale Frage bleibt: Wie dauerhaft sind Innenlösungen? Anders als eine Außenabdichtung, die Wasser bereits vor dem Eintritt in die Wand stoppt, arbeiten Innenabdichtungen unter permanentem hydrostatischem Druck. Das setzt voraus, dass Grundierung und Beschichtung dauerhaft haften und keine Risse entstehen. Remmers verweist auf mineralische und kunststoffvergütete Systeme, die laut Hersteller auch bei Wasserdruck bis zu mehreren Metern Standzeit garantieren sollen. Unabhängige Langzeitstudien zu den Systemen liegen jedoch kaum vor.

Für Maler- und Stuckateurbetriebe, die zunehmend in der Altbausanierung Fassade tätig sind, eröffnet das Segment neue Umsatzchancen. Viele Hausbesitzer scheuen den Aufwand einer Außenabdichtung; Innensysteme lassen sich dagegen auch in bewohnten Gebäuden zügig applizieren. Allerdings müssen Handwerker die Untergrundvorbereitung sorgfältig prüfen: Salzkrusten, alte Anstriche oder poröser Putz gefährden die Haftung. In solchen Fällen ist eine Schimmelpilzsanierung oder ein vollständiger Putzabtrag oft unvermeidlich.

Remmers bietet für die Applikation Schulungen und technische Beratung an. Ob sich nachträgliche Innenabdichtung als Standardlösung etabliert, hängt nicht zuletzt von der Schadenshäufigkeit ab: Kommt es nach einigen Jahren zu Durchfeuchtungen oder Abplatzungen, wird das Verfahren schnell in Frage gestellt. Bis dahin profitieren Betriebe von einem wachsenden Markt – solange sie gegenüber Bauherren realistisch kommunizieren, was Innensysteme leisten können und wo ihre Grenzen liegen.