Die Europäische Kommission hat das 'Neue Europäische Bauhaus' gestartet – eine Initiative für nachhaltiges Design und klimagerechte Architektur. Das Programm soll den European Green Deal konkret in Kommunen umsetzen und knüpft bewusst an die Bauhaus-Tradition von 1919 an. Für das Malerhandwerk relevant: Die Initiative fördert energetische Sanierungsprojekte, bei denen Fassadenfarben und Dämmsysteme eine zentrale Rolle spielen.
Das Programm verbindet drei Dimensionen: Nachhaltigkeit, Ästhetik und soziale Teilhabe. Konkret bedeutet das für Maler- und Lackierbetriebe neue Auftragschancen bei der energetischen Altbausanierung Fassade. Gefördert werden Projekte, die klimaneutrale Materialien einsetzen und lokale Handwerksbetriebe einbinden. Die Initiative dockt an bestehende EU-Fördertöpfe an, darunter Horizont Europa und LIFE-Programm.
Österreichische Betriebe können die Förderung mit der klimaaktiv Sanierungsförderung WDVS kombinieren. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit von Projekten deutlich. Auch deutsche Betriebe profitieren indirekt: Viele Kommunen nutzen EU-Mittel für Pilotprojekte zur Quartierssanierung. Dabei sind neben klassischen WDVS-Systemen auch innovative Beschichtungen mit niedrigem CO₂-Fußabdruck gefragt.
Hersteller wie Keim Farben und Sto SE positionieren bereits Produktlinien für klimagerechte Sanierung. Keim setzt auf mineralische Systeme ohne Kunststoffbindemittel, Sto entwickelt CO₂-reduzierte Dispersionsfarben. Die Initiative fordert explizit kreislauffähige Materialien und reparaturfreundliche Systeme – ein Vorteil für mineralische Putze und Kalkputze.
Die Fördermittel fließen über mehrjährige Calls. Betriebe können sich über Architekten, Kommunen oder Wohnbaugesellschaften an Projekten beteiligen. Die erste Ausschreibungsrunde läuft bereits, Details veröffentlicht die Kommission auf der Programm-Website. Für die Antragstellung ist die Zusammenarbeit mit Planern nötig, die Nachhaltigkeitskriterien dokumentieren können.
Parallel dazu bleibt die AWS Investitionsförderung für Lackierbetriebe in Österreich eine wichtige Säule für Betriebsausstattung. Das Neue Europäische Bauhaus ergänzt diese nationale Förderung um projektbezogene Mittel. Die Kombination ermöglicht es Betrieben, sowohl in emissionsarme Spritztechnik als auch in nachhaltige Materialsysteme zu investieren.