Der Baustoffhersteller Knauf Aquapanel erweitert sein Seminar- und Veranstaltungsprogramm. Das Unternehmen reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an praxisnaher Weiterbildung in der Baubranche. Im Fokus stehen Themen wie Trockenbau, Spachteltechnik und Grundierung von Untergründen.

Knauf baut das Angebot über seine Schulungszentren und Online-Formate aus. Die Seminare richten sich an Maler, Stuckateure und Trockenbauer. Neben klassischen Präsenzveranstaltungen setzt der Konzern verstärkt auf digitale Lernformate. Das erleichtert Handwerksbetrieben die Integration in den Arbeitsalltag.

Die Strategie dahinter ist klar: Wer Fachleute schult, bindet sie langfristig an die eigenen Produkte und Systeme. Knauf positioniert sich nicht nur als Lieferant, sondern als Wissenspartner. Das Modell folgt dem Beispiel anderer Baustoffkonzerne wie Sto SE oder Caparol, die seit Jahren auf Akademie-Programme setzen.

Für Malerbetriebe bedeutet das konkret: Zugang zu herstellergestütztem Know-how bei neuen Systemen und Materialien. Gerade bei komplexen Anwendungen wie Spachtelputz oder speziellen Dämmlösungen kann die Schulung Fehler vermeiden und die Verarbeitungsqualität steigern. Zudem erfüllen zertifizierte Weiterbildungen oft Anforderungen für Meisterfortbildungen.

Die Kehrseite: Herstellerschulungen sind selten neutral. Sie vermitteln Fachwissen, aber immer mit Blick auf das eigene Portfolio. Betriebe sollten das Angebot daher gezielt nutzen – als Ergänzung zu unabhängigen Fortbildungen, nicht als Ersatz. Wer sich auf einen Hersteller spezialisiert, kann davon profitieren. Wer breit aufgestellt bleiben will, muss auch andere Quellen anzapfen.

Das erweiterte Programm zeigt zudem, wie sehr die Branche unter Fachkräftemangel leidet. Hersteller investieren in Ausbildung, weil qualifizierte Verarbeiter direkt die Produktqualität am Bau sichern. Fehlerhafte Anwendung führt zu Reklamationen und Imageschäden – unabhängig davon, ob das Material selbst in Ordnung war.

Knauf reiht sich damit in einen Trend ein: Baustoffkonzerne werden zu Bildungsanbietern. Für das Handwerk bedeutet das mehr Auswahl bei Schulungen, aber auch die Notwendigkeit, kritisch zu prüfen, welche Inhalte wirklich praxisrelevant sind. Details zum Programm finden Interessierte auf der Knauf-Website.

Parallel dazu steht der Konzern in anderen Bereichen unter Beobachtung: Eine EU-Beschwerde gegen den Gipsabbau zeigt, dass auch Nachhaltigkeitsfragen zunehmend in den Fokus rücken – ein Thema, das künftig auch in Schulungsprogrammen stärker verankert werden dürfte.